
Ein Blick zwischen die Strukturen
In unserer Collagen-Reihe versuchen wir, die Gefühlswelt von Kindern und Jugendlichen mit komplexen Hilfebedarfen auf einer abstrakten Ebene darzustellen. Wir laden euch dazu ein, die Bilder zu interpretieren und eure Gedanken zu kommentieren. Unser Team hat bereits Ihre Eindrücke beschrieben.
„Wenn die innere Welt durcheinander ist, man zerplatzt und keinen Ausweg mehr sieht, die eigenen Gedanken der eigene Feind sind – dann ist es umso wichtiger, dass die Außenwelt stabil ist, alles seine Ordnung hat, dass es Strukturen gibt, Regelmäßigkeiten, an denen man sich festhalten und orientieren kann. Solche Orientierungen können verschiedene Formen haben: Eine Gruppe, mit der man sich immer wieder trifft, eine Bezugsperson, ein regelmäßiges Hobby oder eine Wohngruppe mit festen Strukturen.“ – Carla
„Soll das ein Kreislauf sein, aus dem man nicht entfliehen kann? Es sieht beinahe so aus, als würde alles zerbrechen, aber die Welt um einen herum verläuft nahtlos weiter, als wäre nie etwas geschehen. Irgendwann muss einem da doch der Kopf platzen?!“ – Lisa
„Während die unfassbar große Masse der Gesellschaft in geordneten Reihen auf der Autobahn fährt, und im gegebenen System von A nach B kommt; gibt es einen kleinen – oft übersehenen – Teil der Gesellschaft, denen dies ohne die richtige Hilfe nicht möglich ist.
Sie schaffen es nicht: Der Stein schlägt ein, die Sicht verschwimmt, das Auto brennt, das Glas zerspringt.
Das System funktioniert nicht für jeden, und genau hier ist es wichtig hinzuschauen und nicht wegzusehen.“ – Jula
Ja, genau Jula! Das hab ich auch gedacht: Wenn du selber in einem Auto sitzt, siehst du das Ganze nicht von oben. Dann fährst du in deinem Trott von A nach B und bemerkst nicht, dass es zwischen diesen klaren Strukturen auch Menschen gibt, die nicht mit auf der Autobahn fahren. – Lotta

