
In der Hand des Systems?
Unser Team hat seine Eindrücke zum zweiten Bild der Collagen-Reihe gesammelt. Was fällt euch ein, wenn ihr das Bild betrachtet?
„Das Bild spiegelt für mich mangelnde Stabilisierung und Sicherheit trotz Unterstützungsmaßnahmen durch das System wider. Das Schöne im Leben (die Rose) brennt und spendet gleichzeitig das einzige Licht, während der ursprünglich autonome Mensch vermeintlichen Halt durch die Hand – das System – erwartet. Letztendlich verliert er die Stabilität und Sicherheit, die ihm noch blieben!“ – Lisa
„Das Bild zeigt mir den Verlust von Selbstständigkeit. Die Puppe in der Hand eines Menschen zeigt mir einen Verlust von eigener Kontrolle und Steuerung von außen.
Die brennende Rose zeigt mir, dass Emotionen nicht validiert werden. Das Symbol der Rose steht für Liebe und Gefühle, durch das Abbrennen der Rose zeigt sich das Ignorieren der Emotionen der Holzpuppe. Also ein Verlust der Selbstständigkeit und ein Ignorieren der Emotionen der Personen. Die Person wird objektifiziert.“ – Carla
„Wenn ich dieses Bild sehe, spüre ich Traurigkeit und Betroffenheit.
Die brennende Rose steht für mich für Kinder, die innerlich längst verletzt sind.
Die Holzfigur wirkt fremdgesteuert und gleichzeitig völlig haltlos.
Als Sozialarbeiterin sehe ich darin keine „schwierigen Kinder“, sondern junge Menschen mit tiefen Wunden.
Als Mutter macht mich der Gedanke traurig, wie sehr diese Kinder eigentlich nur Sicherheit und Bindung brauchen.“ – Melli
„Die Puppe in der Hand funktioniert als Symbol der Fremdbestimmung. Während versucht wird, einen Menschen in das System zu drücken, gehen der eigene freie Wille und der innere Geist daran zugrunde, wie die brennende Rose in der unteren Ecke. Der dunkle Hintergrund mit dem Graffiti verstärkt die Stimmung von Isolation, Ausgrenzung und sozialem Konflikt. Die Collage verdeutlicht, wie wichtig es ist, betroffenen Menschen offen, individuell und mit Verständnis entgegenzugehen.“ – Jula

