Positionspapiert der JvJ NRW – Jugend vertritt Jugend NRW
„Jugend vertritt Jugend“ ist die Selbstvertretung von Kindern und Jugendlichen in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen.
Die Vertretung besteht aus 11 Kindern und Jugendlichen, die alle zwei Jahre gewählt wird.
Vom 21. Januar 2026 bis zum 22. Februar 2026 haben sie 899 Kinder und Jugendliche aus stationären Einrichtungen“ zum Thema Stigmatisierung befragt.
Die Ergebnisse wurden in einem Positionspapier zusammengefasst.
Stigmatisierung kann nicht einseitig betrachtet werden und wird durch das Verhalten der Pädagog*innen sicht – und spürbar.
Im ersten Abschnitt wird erläutert, dass sich die Kinder und Jugendlichen häufig abgestempelt fühlen und nicht die Möglichkeit bekommen, ihr Verhalten zu korrigieren. Sie fühlen sich nicht gesehen und sehen nicht, dass sie die Chance bekommen, ihr gesellschaftliches Bild von sich zu korrigieren.
Kinder und Jugendliche sind Individuen. Die Umbenennung oder Nutzung von neuen Fachbegriffen rückt nur ihre Makel und Probleme in den Vordergrund und beachtet nicht die individuellen Probleme und Schwierigkeiten, von denen die Kinder und Jugendlichen betroffen sind?
Im weiteren Verlauf des Positionspapiers wird auf die Umgangsformen der Pädagog*innen mit den Kindern und Jugendlichen eingegangen. Die Kinder und Jugendlichen merken an, dass wertschätzende Kommunikation nur auf Augenhöhe stattfinden kann, und bemängeln, dass die Pädagog*innen häufig laut werden oder von oben herab sprechen. Viele der Kinder und Jugendlichen konnten sich in der Vergangenheit nicht auf ihre Bezugspersonen verlassen und können daher niemandem vertrauen – die Umgangsweise der Pädagog*innen bestärkt dieses Gefühl, sodass kein sicheres Umfeld entstehen kann und es nicht zur freien Entfaltung der Kinder und Jugendlichen kommen kann.
Es werden Wünsche für die Kommunikation geäußert (zitiert aus dem Positionspapier):
- Klare Kommunikation mit Erklärungen und freundlichen Handlungsweisen
- Raum für die Kommunikation
- Sprache mit Bedacht wählen, Vermeidung von stigmatisierenden Begriffen
- Auf die Körpersprache und den Umgangston achten
- Kein Vergleich mit anderen Bewohner*innen!
- Formulierungen in Ich – Botschaften, Höflichkeitsformen wie Bitte und Danke!
Generell wünschen sich die Kinder und Jugendlichen Kommunikation mit Ihnen, nicht über Sie.
Des Weiteren wird sich Verständnis und keine Verurteilung gewünscht: Die Kinder und Jugendlichen wollen mit ihrem Verhalten gesehen werden. Dieses soll nicht als „Theater” abgestempelt werden.
Die Kinder und Jugendlichen wünschen sich mehr Partizipation. Es wird beschrieben, dass sich niemand vollständig in die Lage eines anderen hineinversetzen kann. Daher ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen bei der lösungsorientierten Maßnahmenplanung mit einbezogen werden.
Aus der Umfrage wurde ebenfalls deutlich, dass die Befragten das Gefühl hatten, dass andere Bewohner*innen bevorzugt werden. Ganz unter dem Motto: „Diese Person ist die, die Schwierigkeiten bringt, dann wird es diese Person sein, die mal wieder Ärger gemacht hat“.
Es muss ein Spagat zwischen Individualität und Gleichbehandlung geschaffen werden. Es soll bedingungslosen Respekt und Wertschätzung entgegengebracht werden.
Mehr zu der Jugendvertretung findet man unter:
https://www.jvj-nrw.de/de/ueber-jvj-nrw/.


