Jugendhilfe in NRW: Jugendhilfekosten steigen extrem
Wie die Rheinische Post berichtet, hat der Jugendausschuss des Landkreistags NRW einen signifikanten Anstieg der Fälle von Kindern und Jugendlichen mit komplexem Hilfebedarf gemeldet. In einem Zeitraum von über zwei Jahren hat sich die Zahl demnach verfünffacht. Dieser Anstieg ist für die zuständigen Jugendämter vor allem finanziell kaum noch tragbar.
Pro Monat und Fall können die Kosten bis zu 50.000 Euro betragen. In der Regel sind hierfür die zuständigen Jugendämter allein zuständig.
Die Kosten entstehen teilweise durch besondere Unterbringungen, aber auch durch den besonderen Betreuungsschlüssel: Meistens werden die Kinder von einem Betreuer bzw. einer Betreuerin, manchmal sogar von zweien, begleitet.
Die Jugendhilfe-Experten fordern eine überregionale Lösung: Die Bedarfe müssen überregional gedeckt und erhoben werden. Dazu müssen sich die verschiedenen Systeme wie Justiz, Eingliederungshilfen oder Kinder- und Jugendpsychiatrie untereinander vernetzen. Des Weiteren wird eine staatliche Finanzierung gefordert, da die derzeitige Finanzierung in der Regel vom Einzelfall abhängig ist und zu einer Ungleichbelastung der Kommunen führt.
Bundesweit gibt es jedoch ähnliche Herausforderungen: So setzen sich die Ministerkonferenzen der Länder derzeit mit Vorschlägen zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit komplexem Hilfebedarf auseinander.
Der Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen in NRW plädiert dafür, sich bereits intensiver mit Prävention auseinanderzusetzen. Früh zu helfen ist eine gesamtgesellschaftliche und günstigere Lösung, wie auch der familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dennis Maelzer, sagt.


