Hier fliegt niemand raus: Die Wohngruppe Port Nord in Bremen
Der Spiegel berichtet aus der Wohngruppe Port Nord aus Bremen, das letzte Netz vor dem Abgrund.
Die Wohngruppe gibt es seit 2019. Fünf Jugendliche mit herausforderndem Einzelfällen in Multiproblemlagen werden hier von 17 Fachkräften betreut.
Das Konzept der Wohngruppe lautet: “Hier fliegt niemand raus.” Die Sozialbehörde spricht von einem “Bleibeversprechen”. Es geht darum, die Jugendlichen zu stabilisieren.
Das Konzept ist mit viel Aufwand verbunden. Die 17 Betreuer werden psychologisch begleitet, jeder Betreuungsplatz kostet bis zu 900 Euro am Tag und es gibt regelmäßig Fallbesprechungen zwischen Jugendhilfe und der Polizei.
Einige Jugendliche sind schon mal abgehauen und dann wieder gekommen – es dauert, bis die Jugendlichen wieder Vertrauen fassen. Die einzige Regel der Wohngruppe: Gewalt gegen Menschen ist Tabu.
Das Interesse an dem Bremer Modell ist groß. Sogar in der Schweiz findet es Anklang: Das Fachpersonal der Wohngruppe Port Nord wird dorthin eingeladen, um von ihren Erfahrungen zu berichten. Die Probleme sind überall ähnlich, bis zu 5000 Jugendliche gibt es in Deutschland, die durch das System fallen – allein in Bremen sind es knapp 50.
Aufgrund der mangelnden Plätze werden die Jugendlichen hin und hergeschoben. Port Nord soll solche Verschiebungen verhindern.
Gesehen im Spiegel, Artikel vom 10.01.2026


