Projekt

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Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf, für die keine passenden Betreuungssettings gefunden werden können, stellen ›das System‹ vor scheinbar unlösbare Probleme. In Modellprojekten erprobte neue Methoden und Praktiken beweisen aber, dass den Betroffenen, medienwirksam als sog. »Systemsprenger« bezeichnet, geholfen werden kann.

»Scheitern ist erlaubt, Aufgeben nicht«.

Motto der Berliner Koordinierungsstelle zur Entwicklung flexibler Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf

Was will das Projekt erreichen?

Plötzliche Wutausbrüche, körperliche Gewalt mit hohem Eskalationspotential, wüste Beleidigungen: Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf leiden weder stumm noch friedlich. Und sie sind nicht selten. Denn in den meisten pädagogischen Einrichtung gibt es sie: Kinder, die das Spielen und Lernen in der Gruppe massiv erschweren oder zeitweise unmöglich machen. Kids, die durch permanente Unruhe, Respektlosigkeit, Aggressionen und Vandalismus auffallen. Junge Menschen, die ihren Mitschüler und Autoritätspersonen berechtigt Angst einjagen, weil sie Erzieher:innen, Lehrer:innen und (Pflege-)Eltern verletzen.

 

Es sind Kinder und Jugendliche, die selbst erfahrene sozialpädagogische Fachkräfte an die Grenzen der Belastbarkeit bringen oder darüber hinaus – was sich in den vielen Versuchen einer passenden Etikettierung, wie z.B. das unglückliche Label »Systemsprenger«, ausdrückt.

 

Während einige Kommunen neue Methoden sowie Settings erproben und dabei gute Erfolge erzielen, sind in vielen anderen die Hilfsstrukturen und -maßnahmen unzureichend oder kommen zu spät, wie schlagzeilenträchtige Fälle auch der Öffentlichkeit beweisen. Um dem rechtlichen Anspruch dieser Kinder und Jugendlichen auf Hilfe, Erziehung und Bildung gerecht werden zu können, bedarf es also wissenschaftsbasierter Systeme, Methoden und Handlungsformen von nachgewiesener Wirksamkeit. Im wissenschaftlichen ›Elfenbeinturm‹ zu bleiben, reicht also nicht. Daher wollen wir die iterativ gewonnenen Ergebnisse in der Praxis testen, evaluieren und auf ihre Wirkung hin vertiefend erforschen, um ein bundesweit agierendes, agiles, nachhaltiges und – vor allem – an lokale Gegebenheiten angepasstes Hilfesystem für die Behebung der sog. »Systemsprengerproblematik« zu etablieren.

 

Was erforscht das Projekt Komplexe Hilfen und wie?

Die in Forschungsstudien, Modell- oder Leuchtturmprojekten entwickelten anderen Verfahren und Handlungsformen wollen wir/will das Forschungs- und Transferprojekt »Komplexe Hilfen« in einer ersten, theoretisch geprägten Projektphase erforschen, aufgreifen, weiterentwickeln und an lokale Gegebenheiten anpassen. Dazu sammeln wir Informationen zu den verschiedenen Modell- und Leuchtturmprojekten, werden sie analysieren und auf ihre Wirkfaktoren hin untersuchen. Ob sich theoretische Grundlagen in effizientere Praxis umsetzen lässt; ob wiederum das Experimentieren und Erproben zu besseren Theorien führt, ist eine unserer wichtigsten Forschungsfragen.

 

Warum benötigt das Projekt ihre Beteiligung/ Kooperationspartner?

Dies alles können wir nicht ohne Forschungs- und Kooperationspartner tun. Daher laden wir Sie ein, gemeinsam mit uns daran zu arbeiten.

Die als wirksam evaluierten Konzepte veränderter Vorgehensweisen und Hilfspraktiken möchten wir Ihnen in Konferenzen und Fachtagen vorstellen, in Workshops mit Ihnen besprechen; in Kommunen, Landkreisen und verschiedenen Bundesländern gemeinsam mit interessierten Kinder- und Jugendämtern und freien Trägern umsetzen. Damit soll die Spirale der Hilfsabbrüche beendet werden und die Fallverläufe sich so stabilisieren, dass die Kinder und Jugendlichen nicht mehr auf Hilfen des Sozialsystems angewiesen sind.

 

Gleichzeitig geht es im Projekt darum, die verschiedenen Akteure zu vernetzen, Wissens- und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, aber auch bei der Navigation durch den Dschungel der multiplen Ansätze zu unterstützen, um das lokale Hilfs- und Unterstützungssystem effizienter und wirksamer zu machen. Der Aufbau eines multiprofessionellen Netzwerkes, das bestehende ergänzt und untereinander verbindet; ein reger Informationsaustausch rund um das Thema »Komplexe Hilfen«, kann jedoch nur mit Ihrer Hilfe gelingen.

 

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: info@komplexehilfen.de

 

»Das Gegenteil von Scheitern in der Jugendhilfe ist nicht der Erfolg. Sondern das Gegenteil ist: Handlungsfähig bleiben.«

Menno Baumann

Wenn Sie unsere Beratungs- und Schulungsangebote in Anspruch nehmen möchten, so können wir Ihnen 3 Bausteine für eine positive Strukturveränderung anbieten

  • Sie brauchen Unterstützung, um Kindern und Jugendlichen mit komplexem Hilfebedarf in Ihren Einrichtungen, Wohngruppen etc. erfolgreich integrieren zu können?
  • Sie wollen für diese jungen Menschen tragfähige Hilfsmaßnahmen bzw. Einzelfallsettings finden?
  • Sie möchten Hilfsabbrüche vermeiden?
  • Sie suchen Unterstützung, damit sich Kinder und Jugendliche, die jeden Schulunterricht so massiv stören, dass sie unbeschulbar erscheinen, in Lerngemeinschaften integrieren lassen?
  • Sie benötigen eine frische Perspektive auf einen polykomplexen Fall?
  • Sie beabsichtigen die lokale Struktur Ihres Hilfssystems zu verändern, damit es effizienter und ressourcenschonender arbeitet?
  • Sie müssen Ihre Mitarbeiter vor dem Burnout bewahren?
  • Sie verfügen über wirkungsvolle Hilfs- und Unterstützungsmethoden, die einen qualitativen Unterschied zu gegenwärtigen unflexiblen und schädlichen Maßnahmen und Methoden machen, die für ähnliche Fälle zu einer Stabilisierung der Fallverläufe führen könnten?
  • Sie leiteten bzw. leiten ein Modellprojekt oder eine Koordinierungsstelle und möchten Kooperationspartner unseres Projekts werden?
  • Sie haben für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf geeignete Wohngruppen und Angebote, über die Sie informieren wollen?
  • Sie sind in Interessensverbünden, lokalen innovativen Netzwerken und Arbeitskreisen eingebunden, die Sie in ihrer Funktionalität und Wirkung für besonders beachtenswert halten?
  • Sie möchten wissenschaftliche Erkenntnisse, Ihre Erfahrungen, Informationen über als erfolgreich zu wertende Modellprojekte, verbesserte Strukturen, wirksamere Methoden und Handlungsformen mit uns teilen?
  • Sie möchten Teil eines multiprofessionellen Netzwerks werden?
  • Sie publizieren, bloggen oder nutzen Social Media, um über Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf zu informieren und würden gerne unser Projekt als Multiplikator für Ihre Fachkenntnis und -wissen nutzen?
  • Benötigen Sie für Ihre mediale Berichterstattung zu einem publikumswirksamen Zwischenfall Hintergrundinformationen, Einordnungen in fachdisziplinäre Kontexte und validen Statistiken?
  • Möchten Sie mehr über die multikausaler Problemlagen in der Lebenswelt vernachlässigter Kinder erfahren?
  • Möchten Sie mehr Daten zu dem Thema erhalten?
  • Brauchen Sie Informationen für politische Entscheidungen?
  • Beabsichtigen Sie eine Reform oder Restrukturierung des Hilfesystems und wünschen daher mehr über Alternativen zu erfahren?
  • Interessieren Sie sich für die wissenschaftlichen Ansätze und Grundausrichtung des Projektes?