Was tun mit gewalttätigen Jugendlichen? Darum lehnt Experte härtere Strafen ab

Der Bericht „Was tun mit gewalttätigen Jugendlichen? Darum lehnt Experte härtere Strafen ab“ der Berliner Morgenpost beleuchtet die aktuelle Debatte um Jugendgewalt in Berlin. Ausgelöst wurde diese durch zwei schwere Vorfälle innerhalb einer Woche, bei denen ein 15-Jähriger und ein erst 12-jähriger Junge durch extreme Gewaltbereitschaft auffielen. Angesichts der Kriminalstatistik, nach der bereits jeder dritte Gewalttäter unter 21 Jahre alt ist, werden Rufe aus der Politik – insbesondere von Union, AfD und der Polizeigewerkschaft – laut, das Alter für die Strafmündigkeit von derzeit 14 auf 12 Jahre zu senken.

Dem hält der Experte für Soziale Arbeit, Professor Dr. Robert Wunsch entgegen: Härtere Strafen und frühe Inhaftierungen bei Kindern würden kontraproduktiv wirken. Er argumentiert, dass Freiheitsentzug in dieser sensiblen Entwicklungsphase das Autonomiebedürfnis verletzt und eher zu einer dauerhaften Ablehnung von Regeln und Autoritäten führt. Stattdessen plädiert er für einen „neuen Autoritätsbegriff“: Eine Erziehung, die zugewandt ist, aber klare Grenzen setzt, ergänzt durch niedrigschwellige Hilfe direkt in den Familien.

Robert Wunsch sieht die Jugend zudem als Seismografen für gesellschaftliche Unsicherheiten. Während die Ursachen oft in überforderten Elternhäusern liegen, warnt er davor, die Schuld einseitig zuzuweisen. Parallel zur strafrechtlichen Diskussion rückt zunehmend der Einfluss sozialer Medien in den Fokus, wobei über mögliche Altersgrenzen zwischen 14 und 16 Jahren debattiert wird, um Kinder vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Insgesamt zeigt der Text ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach repressiver Sicherheit und dem sozialpädagogischen Fokus auf langfristige Prävention.

https://www.morgenpost.de/berlin/article411326377/was-tun-mit-gewalttaetigen-jugendlichen-darum-lehnt-experte-haertere-strafen-ab.html